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Ausstellung v. Myung-Seop Hong & Gerhard Gross

de-sense / re-sense
ESC im labor
Jakoministrasse 16 * 8010 Graz * Austria
Eröffnung: 12.9.2008 * Ausstellung bis 5.10.2008

Korea Myung-Seop HongDer Künstler Myung-Seop Hong (홍명섭), 1948 im heutigen Nordkorea geboren, gehört als Teilnehmer der Biennale von Venedig 1990 zu den prominentesten bildenden Künstlern Südkoreas. Seine Arbeitsweise ist gekennzeichnet durch ein sehr spezifisches Reagieren auf neue räumliche Gegebenheiten mit immer wechselnden Materialien. Jede neue Jahreszeit bringt neue formale wie auch inhaltliche Einflüsse, eine ständige Veränderung und Weiterentwicklung ist die Folge. Diese Arbeitsweise ist sichtlich geprägt von der chinesischen Philosophie des Yin und Yang, bei der sich die ausgewählten Elemente einander ergänzen und bedingen. Häufig entstehen dabei Installationen, wobei der Prozess der Annäherung an die neue geographische wie lokale Situation von Bedeutung ist und Planung durch Spontaneität ersetzt wird.

Korea Gerhard GrossDer Grazer Gerhard Gross, geboren 1968, hat in den vergangenen Jahren hauptsächlich im Bereich der Fotografie (Fotoförderungspreis der Stadt Graz 2003) gearbeitet, wobei sich zwei größere Werkgruppen erkennen lassen. Automobile Formen der 50er-70er- Jahre wurden über lange Zeiträume dokumentiert und nach physiognomischen Gesichtspunkten archiviert. Danach, mit dem Resultat surreal-comichaft anmutender Gebilde, digital manipuliert. Auch architektonische Formen wurden einer Analyse unterzogen, mit einer Vorliebe für die spröde Eleganz der sozialistischen Moderne. Diese Architekturportraits entstanden durchwegs bei Dunkelheit, wobei kleine Bildserien die Bewegung des Beobachters um das Objekt nachvollziehbar machen. Andere Arbeiten richten hingegen einen vermeintlich indiskreten Blick in nächtliche Fenster. Über Monate hinweg werden hierbei nicht die Bewohner hinter diesen Fenstern, sondern ausschließlich deren hinterlassene bzw. verändernde Spuren fokussiert. Aus dem nicht vorhanden sein aussagekräftiger Indizien, schöpfen die Bilder Freiräume für Interpretationen.

Diese beiden konträren Positionen, die formal-inhaltlich, sprachlich, kulturell wie auch generationsbedingt wenig Überschneidungen bieten, werden in der Vorbereitungsphase über einen Zeitraum von ca. 50 Tagen einander ausgesetzt. Ziel ist es, diese “Hindernisse” zum Motor einer Auseinandersetzung zu machen, die künstlerische Anknüpfungspunkte wie auch Grenzen darlegen wird. Keine künstliche multikulturelle Melange wird angestrebt, kein zwanghaftes kreatives Umarmen, kein verzichtbares Zitieren oberflächlicher Klischee. Angestrebt wird ein Resultat, das die Arbeitsweise der Künstler in sinnvoller Konsequenz weiterentwickelt, möglich ist die Erkenntnis, dass dieser Versuch kein befriedigendes Ergebnis zeitigt. Erkennbar ist bislang der Faktor der Zeit als mehrfach immanentes Element in den Werkgruppen beider Künstler, der zum Ausgangspunkt oder Schlüssel werden könnte.
2009 wird die Ausstellung, in Zusammenarbeit mit der Fakultät für bildende Künste an der Hansung Universität, auch in Seoul präsentiert werden.

Fotohinweis:
Eine Arbeit von Myung-Seop Hong 홍명섭
Eine Arbeit von Gerhard Gross

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