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Seite 17

19. April 2004
Mittwoch letzter Woche war “Schwarzer Tag”. Am 14. Februar, am Valentinentag sollten ja die Mädchen ihren Freunden Schokolade und andere Geschenke geben, und am 14. März am Weissen Tag war’s andersrum – Die Mädchen bekamen Geschenke von ihren Freunden. So, einen Monat später am 14. April, gingen Freunde (Kumpel) und Singles in Chinesische Restaurants um dunkle Nudeln mit schwarzer Sose zu essen. Ich bin zwar nicht hingegangen, aber soll wohl sehr gut schmecken.
Meine Reise nach Busan konnte ich letztendlich verwirklichen, also werde ich sobald wie möglich darüber schreiben, wie meine einige Fotos gescannt sind… April geht langsam zu Ende, wir haben Halbzeit im Frühjahrssemester, und ich hab viel zu tun. Es gibt immer dasselbe Problem an dieser Universität: ein funktionierendes Computer um Hausaufgaben zu machen, zu finden.
Ich hab immer viel zu schreiben, vergesse es aber aufzuschreiben, und wenn man ein Strohkopf wie ich ist, kann ich mich später nicht mehr daran erinnern, worüber ich eigentlich schreiben wollte. Aber früher mal hab ich geschrieben, wie man hier auf die Zähe tritt ohne sich zu entschuldigen usw. Vor einer Weile hab ich einen Artikel darüber gelesen, hoffentlich könnt ihr genug Englisch, denn ich bin zu müde, um den Text zu übersetzen, SORRY:“The invisible stranger”
Koreans most often use “We” and “Our” rather than “I” or “My”, as in our friend, not my friend, etc. And because of this cultural practice of thinking and speaking as a collective, many Koreans tend to interpret Western individualism as selfishness. We, on the other hand, having read about the collectiveness and power of group pressure in Korea, arrive here expecting people to behave in a manner consistent with how we interpret collectiveness… being other-oriented.
It is therefore often something of a shock to discover that Koreans are generally not very other-oriented, other than in terms of conformity. People here rarely hold the door for strangers following them, they cut people off or bump into them without ever apologising, they stop wherever they want whether walking or driving, etc. Consequently, Koreans are often labelled rude. However, that may not be an entirely fair evaluation, as within Korean society such behaviour is not impolite. People in a group will hold the door for each other, family members, colleagues and acquaintances do pay attention to each other. However, for a variety of historical and social reasons, strangers are basically invisible in Korean society and are treated in a less ‘considerate’ manner than are “visible” people such as acquaintances, relatives, colleagues, or friends. Strangers don’t register on a Korean’s personal radar system, be they foreign or Korean.
So don’t take it personally. Above all don’t feel that it is aimed specifically at you because you’re a foreigner. The person bumping into you or cutting you off is probably totally unaware of your presence.(Anne Ladouceur, Seoul Classified Vol.6 Issue 6)
Taxifahrer sind auch ein Thema für sich in Korea. Ich hab sowohl eigene Erfahrungen hier, als auch paar Geschichten von meinen Freunden. Ich würde die Fahrer in fünf Kategorien einsortieren:
1) Betrüger
2) Still
3) Freundlich aber still
4) Gesprächig, neugierig und freundlicher Tour Guide
5) Aussergewöhnlich.
1) Die Betrüger versuchen so viel Geld wie möglich, besonders von Ausländern zu bekommen. Sie fahren dich zuerst in die falsche Richtung und behaupten dann, dass DU’s falsch ausgesprochen hast. Danach fahren sie dich da wo du auch hinwolltest und versuchen dann die ganze Fahrt bezahlt zu bekommen. Jetzt, wo ich auch schon Koreanisch sprechen kann, kann ich mich endlich verteidigen. Entweder bezahle(n) ich (wir) nur die Hälfte oder so viel, wie die Fahrt von A nach B wirklich gekostet hätte. Manche Fahrer geben zu, dass es ihr Fehler war, manche geben uns die Schuld daran.
2) Stille Fahrer lassen dich einsteigen, brummen als Antwort, sagen kein Wort während der Fahrt, nehmen das Geld an und lassen dich raus.
3) Freundliche Fahrer sprechen in ganzen Sätzen, fangen aber nicht wirklich mit einem Gespräch an, vielleicht denken sie einfach, dass ich die Sprache nicht genügend beherrsche. Es ist sehr angenehm, von diesen Fahrern irgendwohin gefahren zu werden und desöfteren wünschen sie dir noch einen schönen Tag beim Ausstieg.
4) Die hier sind die Lustigen. Sie sprechen normalerweise die ganze Zeit, fragen mich wo ich denn so herkomme, wie alt ich bin, ob ich verheiratet bin, was für Arbeit ich mache, wie lange ich mich in Korea aufenthalte usw. Letzte Woche war dieser eine Fahrer so froh darüber, dass ich aus Finnland herkomme, und fing an sowohl über die finnischen Saunagewohnheiten zu sprechen (Schlägt man sich denn nicht in Finnland mit Birkenzweigen?) als auch vom Weihnachtsmann. Ein paar Koreanerinnen hatten auch eine nette Erfahrung auf dem Jeju-Insel (Flächeninhalt ca. 15000 qkm); ein stinknormaler Taxifahrer, dem sie 80 000 krw (ca 55€) + ein Essen für acht Stunden Rumfahren bezahlt haben. Er war aber auch ein Hobbyfotograf und hat den ganzen Tag gute Plätze für Fotos gesucht und die beiden Mädchen mit deren Film, mit seinem Systemkamera fotografiert. Natürlich konnten die Mädchen die Filmrolle behalten und haben eine jede Menge gute Reisefotos bekommen.
5) Die letzte Gruppe hat erst einmal eine Geschichte. Ein Freund von mir hat mit seiner koreanischen Freundin Taxi genommen, und bevor der Fahrer überhaupt losgefahren ist, hat er die Koreanerin gefragt, ob dieser Mann ihr Ehemann wäre. Dann hat er auch gefragt, wo ihr Freund herkommt und nachdem hat er die ganze Fahrt erzählt, wie er’s überhaupt nicht leiden kann, dass Koreanerinnen mit Ausländern zusammensind. Und, dass sie ihren Freund verlassen sollte.
Mein Zuhause hat in der letzten Zeit ganz gut funktioniert, aber letzte Woche traf ein Problem ein. Ameisen. Als ich eines Abends nach Hause kam, gab’s Unmengen von Ameisen in meinem Schlafzimmer. Zuerst wusste ich nicht was ich da denn tun sollte, aber als meine Landlady mich dann besuchen kam, hat sie mir Insektenspray mitgebracht. Tja, das Geruch ist nun nicht das Beste, aber zumindest sind die Ameisen erstmal weg… Es wird wahrscheinlich nicht das letzte Problem in meiner Wohnung sein. Ich freue mich schon auf Sommer, Hitze (denn ich hab keine Klima-anlage) und mehr Insekten (ich hab zB einen Lüfter an der Wand, wo man direkt durchsehen kann, auch wenn er ausgeschaltet ist). Schon jetzt ist es unmöglich, die Zimmertemperatur unter +22C zu bekommen.
Vor einer Woche bin ich in den Seoul Tierpark mit einem Koreaner (fünf Jahre jünger als ich), der keinen Englisch spricht, gegangen. Ich hab’s hingekriegt, vier Stunden auf Koreanisch zu verbringen :) Davor hab ich sogar ein Gespräch zwischen einem Amerikaner und einem Koreaner übersetzt, weil die beiden keine gemeinsame Sprache hatten. Und SMS schreibe ich heutzutage auch auf Koreanisch. All dies heisst wohl, dass meine Koreanischkenntnisse sich erheblich verbessert haben…

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