29. März 2004
Hier bin ich mal wieder. Ich war ja fleißig in diesem Monat ![]()
Endlich hab ich Fotos von meinem nicht-mehr-so-neuen Zuhause und Umgebung, also bitte schnellen Sie sich an und genießen Sie die Fahrt.
Wenn du an der U-Bahn Linie 6 -Station namens Noksapyeong aussteigt, bist du gerade an dem schönsten U-Bahn-Station Seouls angekommen.
Das ist einer der Gründe (so witzig wie es sich vielleicht anhört), warum ich gerade dorthin gezogen bin. Du brauchst 29 Treppen hochzuklettern, um von den Gleisen zu diesem Standpunkt zu kommen. Ich bin eine der wenigen Leute, die jemals Dreck auf die Treppe im Bild bringen, normalerweise benutzt jeder die Rolltreppe – wer möchte denn hier extra Energie gebrauchen (da könnte man doch fit werden)..? Es sind 71 Treppen auf dem Foto. Um zum Ausgang Nr. 2 zu kommen, musst du noch zwei Stockwerke höher gehen, d.h. da kommen 38+36 Treppen mehr dazu. Der weg zu mir nach Hause is zum Großteil bergauf plus ein Fußgängertunnel, der noch mal 34 Treppen herunter und 27 Treppen hoch zur Endsumme macht. Wer kümmert sich denn schon um Treppen? Ich, als ich mich dafür interessierte, wieviele Treppen ich täglich steige. Also, nur von meinem Zuhause bis zur U-Bahn sind es schon mal 235 Stück. Dazu kommen noch die Treppen an den Haltestellen in der Nähe von der Uni (es sind zwei, die ich abwechselnd benutze), und die Treppen an der Universität. Ich studiere im 4. und 5. Stockwerk (das heisst von dem Erdgeschoss aus im 6. oder 7. Stockwerk und es gibt jeweils mehr als 20 Treppen zwischen den Stockwerken) – tagtäglich (hängt davon ab, wieviel ich hin- und herlaufen muss) machen es also 750-1000 Treppen.
Aber genug vom Thema Treppen. Ich wohne in einem Gegend, das so ziemlich koreanisch ist, obwohl es dort mehre ausländer gibt, als in richtig koreanischen Gebieten. Ich wohne ca. 15min zu Fuß von Itaewon, welches einem vorkommt, wie ein Gegend aus irgendwo in der Welt (vielleicht ein Chinatown).
| meine Wohngegend | Dapsimni |
In der Gegend, wo ich wohne kann man sowohl die alte als auch die neue Art und Weise der Gebäuden sehen, aber einen noch größeren Unterschied hab ich in Dapsimni (ca. 40min von mir mit der U-Bahn) entdeckt. Wenn du bis zur Hälfte den Namsan-Hügel hochgelaufen bist, siehst du einen Mini-Supermarkt, den ich auch Noksapyeong Farm nenne. Warum? Der Besitzer hat diese hübsche Hündin, die wiederum zwei unheimlich süße Welpen hat; dazu kommt noch ein weißes Kaninchen. Der Besitzer (oder seine Frau) füttert auch zumindest sechs Katzen (die, glaube ich, wild sind, denndie sind immer draußen).
Im Erdgeschoss jenes orangefarbenen Gebäudes ist meine Haustür. Jetzt ist auch ein Schild auf meine Tür gefestigt, der das Parken vor der Tür verbietet. Ich hatte ein-zwei Mal Schwierigkeiten rauszukommen, weil jemand sein Auto so geparkt hatte, dass ich die Tür nur 15cm aufmachen konnte. Meine Küche sieht so aus, wenn du reinkommst. Links vorne ist mein Schlafzimmer und hinten links das Badezimmer, das gar keine Tür hat. Diesmal hab ich fürs Foto sogar das Bett gemacht, denn letztens hat mir jemand darüber Kritik gegeben, weil ich’s nicht gemacht hatte
| meine Tuer | Kueche | Schlafzimmer |
Mein Schlafzimmer noch mal aus einem anderen Blickwinkel. Tja, ich hab keinen Kleiderschrank und ich lebe sozusagen aus dem Koffer. Ich hab auch weder einen Fernseher noch einen Computer. Es ist eigentlich ganz nett ohne jeglichen Luxus. Meine Küche sieht eigentlich netter aus von der anderen Seite aus (jetzt ist das Badezimmer vorne Rechts).
| Schlafzimmer | Kueche |
Meine Küche hat einen Gasherd (ganz nett eigentlich), einen Kühlschrank und eine Waschmaschine. Ich hab keine Mikrowelle und auch keinen Ofen. Koreanische Küche hat keinen Ofen, also gibt’s auch keine koreanischen Gerichte, die im Ofen gebacken werden.
Ich hab wieder ein paar Fotos im Dunklen gemacht, und in diesem kannst du fast sehen, wo ich wohne:
das grüne Licht (Golf) in der vorderen Hälfte des Fotos, ist direkt bei mir um die Ecke.
Um neun Uhr Abends ist es nicht so schön mit der U-Bahn nach Hause zu fahren, weil um die Uhrzeit alle koreanischen Männer von der Arbeit nach Hause gehen. Was ist denn dabei so schlimm? Ihre Arbeitstage sind schon längst zu Ende, und seitdem haben sie in Restaurants stundenlang gegessen und getrunken. Die Trinkgewohnheiten der Koreanern ist sehr ähnlich zu den der Finnen (Trinken, um besoffen zu werden), aber die Koreaner verkraften den Alkohol nicht besonders gut. Und das tun sie dann jeden Tag nach der Arbeit…
Etwas ist los an der Uni. Die Sookmyung Frauenuniversität ist auch so die zweitteuerste Universität in Korea, und jetzt wollen sie die Semestergebühren um 7,5% erhöhen. Teilweise, weil die Kosten im Allgemeinen höher geworden sind aber auch wegen des 100. Jubiläums der Universität 2006. Die Studenten sind gegen die Erhöhung und die Studentenorganisation WITH verlangt, dass die Erhöhung nicht mehr als 5% sein dürfte. Es gibt auch mehr Neuigkeiten an der Uni ab diesem Semester. Welches ist, aus meiner Hinsicht, etwas komisch. Es sind 700M von der U-Bahn bis zur Uni, aber die Mädels nehmen für diese Strecke desöfteren einen Taxi, weil es so weit weg ist zu Fuß (wirklich, es geht meistens nicht um Zeitdruck). Das Grundgebühr des Taxis ist 1600 won, das mehr als genug ist für diese Strecke, also gibt’s eine Abmachung zwischen den Fahrern und den Studentinnen, dass der Fahrer mehrere Studentinnen (die sich nicht kennen) auf einmal hinfährt und bekommt von jeder 1000 won. Das hier ist illegal, aber ein gutes Deal für den Fahrer (bekommt mehr Geld für eine Fahrt), billiger für die Mitfahrerinnen und es macht auch die Warteschlange schneller. Jetzt, hat die Studentenorganisation einen Shuttlebus zwischen die U-Bahn-Station und Uni erstellt, und soweit ich weiß, ist die Fahrt kostenlos. Ich weiß nicht wann der Bus fährt, aber ich hab ihn in der letzten Zeit desöfteren gesehen. Koreaner laufen wirklich nicht gerne, weder Entfernungen, noch Treppen.
Ich hab vor, fürs kommende Wochenende zur Südküste nach Busan zu fahren, und falls mein Plan wahr wird (alle Züge sind fürs Wochenende schon ausverkauft, denn Montag ist ein Feiertag, The Forest Day; Ich versuche aber heute noch Busfahrkarten zu kriegen), werde ich einige Tage im zweitgrössten Metropolit von Korea verbringen.
Letztenendes werde ich jetzt das Musikvideo alleine machen, denn es hat nicht so richtig geklappt mit meinem Team. Zur Zeit arbeite ich an dem Storyboard und nächste Woche geht’s schon los mit dem Filmen. Es ist ein Riesenprojekt, wenn man’s alleine macht! Meine weiteren Kurse sind etwas leichter. Ich hab eben ein 3D-Model von einem Bürostuhl gemacht; Im Digital Drawing fangen wir morgen schon mit dem zweiten Projekt an und das Fotographieren macht Spaß wie immer! Unser Koreanischkurs hat sich jetzt verändert. Wir haben jetzt Dienstags und Donnerstags verschiedene Lehrer, Dienstags lernen wir aus dem Buch, Donnerstags bekommen wir Handouts. Es ist wirklich nett, mal Abwechslung zu haben!
Noch eine lustige Sache. Ich dachte immer, dass die Geldautomaten dafür da sind, um Geld außerhalb der Öffnungszeiten der Bank bekommen zu können. Hier ist es nicht immer der Fall. Wenn die Bank noch geöffnet ist, kannst du kostenlos Geld an den Automaten deiner Bank ziehen. Wenn die Bank geschlossen ist, kostet es dir 500 won extra. Die Geldautomaten an der Bank sind 8-22 Uhr geöffnet, und danach bedienen dich noch die Automaten an den U-Bahn-Stationen und 24h-Geschäften (natürlich kostet dies auch extra)… aber nur bis um 23:45 Uhr. Danach, falls du kein Geld hast, kriegst du’s auch nicht mehr (es sei denn du besitzt eine VISA). Die Geldautomaten funktionieren nirgends zwischen Mitternacht und acht Uhr Morgens. Zum Glück, lernt man aus seinen Fehlern, aber manchmal sind wir Abends so weggegangen, dass wir gerade noch Geld hatten, um in einen Club reinzukommen – und egal wie langweilig die Nacht ist, musst du auf die erste U-Bahn um 5:42 Morgens warten, denn du hast auch nicht das Geld für den Taxi. Zum Glück sind die Clubs bis zum frühen Morgen geöffnet und du brauchst nie draußen in der Kälte warten. Aber noch eins, was zumindest mir als Finnin komisch vorkommt. Obwohl ich meine Miete an einem Automaten meiner Bank während der Öffnungszeiten überweise, kostet das mir 1300 won extra, weil das Konto meiner Landlady an einer anderen Bank ist. Tja, aber anscheinend müssen auch die Automatenheinzelmännchen mal schlafen…?
Einige Bäume blühen schon und ich schreib mal wieder was, wenn ich was zu sagen habe…
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