Oktober 2003
(geschrieben am 10. Feb. 2004)
Der Herbst war wirklich schön, die Sonne schien und es war warm, es regnete auch kaum. Früh Morgens und spät Abends war’s schon etwas kühl. Ich war seit über zwei Monaten in Korea und fühlte mich wie zu Hause hier, obwohl mir gutes Leitungswasser, Finnisches Roggenbrot und Salmiak fehlten. Heimweh war für mich ein Fremdwort wie immer und ich hatte das Gefühl, ich könnte auch länger als ein Jahr bleiben, wenn es nur möglich wäre. Der Semester hatte angefangen, meine Schultage waren lang und 24 Stunden am Tag kamen mir zu wenig vor, zumindest für einen ordentlichen Schlaf. Also habe ich auch die Homepage nicht mehr aktualisiert.
Während der ersten vier Wochen an der Uni lernte ich Jive (die Männerrolle, es gibt ja keine Männer an einer Frauenuniversität und jemand muss sie ja machen). Jazztanz war auch ganz nett, da hatten wir schon langsam angefangen, Tritte für Final show zu lernen. Zum ersten Mal in meinem Leben wusste ich auch, wie man richtig bowlt – und hab das Lowscore meines Lebens gebowlt… Yoga auf Koreanisch gefiel mir auch, obwohl ich’s nicht Augen zu mitmachen konnte, weil ich dann nicht gewusst hätte, was man demnächst tun soll. In Multimedia lernte ich 3D Studio Max, und eine Lehrerin brachte mir persönlich Flash bei.. und der Fotokurs war definitiv mein Lieblingskurs. Bei Storydrawing malte ich gerade ein 12-seitiges Buch mit Akrylfarben, welches mir schon Spaß machte, auch wenn ich nicht unbedingt so gut dabei war. Es war doch schon etwas länger her seit BK Unterricht das letzte Mal…
Am 11. September war das Koreanische Thanksgiving, Chuseok, das ich mir bei Sennie’s (Se Hyun) Onkels Zuhause beobachten durfte. Auf dem Bild kann man die traditionelle Zeremonie sehen.
| Chusesok | Sennie |
Mitte September war ich mal mit Hanna am Hangang [gang=Fluß] entlang spazieren. Es gibt ungefähr 22 Brücken, und die meisten sind wirklich breit, wie dies hier. Tagsüber ist der Hangang nicht besonders schön, weil das Wasser stark verschmutzt (braun) ist, aber Nachts soll man sich ihn auf jeden Fall mal anschauen, dann ist er schön beleuchtet.
| Han Fluss in Seoul |
Ich war mit ein paar meiner Professoren mehrmals Essen gewesen, in diesem Bild kann man eine Version des Gerichtes bibimbab sehen, das ich mal vorher schon für Euch beschrieben hatte. Koreas Stolz, kimchi, ein hübsches Foto, das ich mal machte beim Lunch mit Da-yong – sie ist eine meiner besten Freundinnen hier. Mit ihr hatte ich auch die Gelegenheit, auf eine Koreanische Hochzeit zu gehen, die aus meiner Sicht sehr kurz und respektlos dem Brautpaar gegenüber war.
| Bibimbab | Kimchi | Da-Yong | Hochzeit |
Hier gibt’s auch paar Fotos vom Kampus, im Ersten sind Administration Building, Main Bldg und Student Union Bldg (v.links), im Zweiten sind Social Education Bldg und College of Music beim Sonnenuntergang zu sehen. Im Letzteren hatte ich Musikbücherei (Noten!!!) und Übungsräume gefunden, da ich jederzeit hingehen konnte, um Klavier zu spielen.
| Campus 1 | Campus 2 |
Seoul by night gesehen vom Oben am Namsan-Turm, als auch vom fünften Stockwerk meines Gebäudes damals.
| Seoul bei Nacht | ||
| Namsan Tower | Blick vom 5. Stock |
Ich hatte das Nachtleben Seouls auch schon kennengelernt, welches nicht so sehr anders vom Zuhause ist, aber es gibt hier einfach mehr Clubs zur Auswahl und das nach der Musikgenre (die es sehr selten in Finnland gibt). Clubs sind bis zum frühen Morgen (6-7Uhr) geöffnet. Karaoke ist hier auch unheimlich beliebt, nur singt man nicht vorm Publikum in einem Pub, sondern man hat dafür kleine Räume mit Allem drum und dran, wo man unter eigenem Freundeskreis singen kann. Es gibt norebang’s [nore=Gesang, bang=Zimmer] an jeder Straßenecke.
Am 1. Oktober war der National Foundation Day, der aus jenem Wochenende ein langes Wochenende machte. Da war ich unterwegs, wir sind nach Gangwon-do [do=Provinz] gefahren, und haben dort Hwanseongul besucht. Ich war auch an der Sea of Japan, oder Ostsee, wie die Koreaner sie lieber nennen… naja, an der Ostküste auf jeden Fall.
| Gangwo-do | Hwanseongul | Ostsee |
Wir waren auch am Seoraksan [san=Berg] im Seoraksan National Park. Der Blick vom Oben war einfach wunderschön, und ich wünschte mir, dass ich nochmal dahin kommen könnte. Zu dem Zeitpunkt waren dort aber zu viele Leute – welches mich nicht wirklich überraschen sollte… immerhin befinde ich mich momentan in Korea.
| Seoraksan |
Ich hatte ein Coverfoto für eine Englishsprachige Zeitschrift hier in Seoul gemacht, aber die waren mir gegenüber etwas unfair, benutzten mein Foto teilweise, mein Idee im Ganzen und gaben als Fotograf eine andere Person an. Sie korrigierten dies zwei Ausgaben später, aber der Schaden war ja schon getan..
Aber ich war trotzdem ganz glücklich und lernte mehr Koreanisch jeden Tag!
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