* Kalender 2012 *

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Korea Fotokalender 2012
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Seite 09

29. August 2003
Ich hab mir jetzt einen Monat lang das Leben in Seoul angeschaut und nicht einmal habe ich den Gedanken gehabt, zurück nach Hause zu kommen. Diese Woche bin ich nicht besonders effektiv gewesen, denn ich hab die sogenannte Klima-anlage -Grippe. Auch wenn ich gar keinen Fieber hatte, war ich irgendwie die ganze Zeit komplett kraftlos. Aber jetzt, geht’s mir einigermaßen wieder besser..
Letzte und diese Woche hab ich zwei Professoren der Germanistik kennen gelernt. Ms. Chang hat mich zu einer Tasse Tee in ihrem Büro eingeladen, und da waren auch die beiden Assistantinnen der Institut, Rin-na und Jin-hyung, Studentinnen. Mir wurde der gesamte Kursplan gezeigt und erklärt und wir haben uns auch so über alles Mögliche unterhalten – wir haben auch ein Treffen für Samstag abgemacht. Da wollten wir in die Stadt, “Downtown”, ein bisschen bummeln und essen gehen. Leider haben wir uns kein gutes Wetter bestellt, und es hat wirklich wie gegossen, geregnet (zu diesem Thema komme ich noch später zurück), also haben wir das Treffen auf ein paar Stunden verschoben und sind dann mit dem Auto unterwegs gewesen. Zuerst waren wir im LOTTE Kaufhaus, um zu sehen, was die da so alles haben (ich war schon zweimal dort, aber hab mir’s nie so genau angeschaut), und dann waren wir in einem Pastarestaurant essen. Danach haben wir uns Tannentee getrunken, und das in der Lounge des HYATT HOTELLs. Der Panorama-Blick über Seoul wäre wirklich schön gewesen, aber weil es so regnerisch war, konnte man dort außer paar Lichter der Stadt kaum etwas sehen – abgesehen von den Blitzern, die den ganzen Himmel bedeckt haben. Wir hatten auch eine Live Musikgruppe aus Malesien dort, einen Mann, der Klavier und einen weiteren Mann, der electrische Gitarre gespielt hat, und drei Frauen in Abendkleidern, die gesungen haben. Am Anfang der Woche, als ich gerade bei den Germanisten meine Fotos gescannt habe, wurde mir der deutsche Professor Jungk vorgestellt, er kam mir wirklich lustig vor. Er kann übrigens perfekt Koreanisch, dadurch dass er in Korea auch promoviert hat…
Sonntag war ich dann den ganzen Tag unterwegs, mit Yoon Sung. Wir waren im COEX, ein riesen Kaufzentrum unter der Erde. Dort haben wir auch gegessen, ich hatte japanische Nudeln, ein vegetarisches Gericht u-don.

Jenny Julkunen im Coex u-don im Codex
Essen im Coex U-don

Wir sind auch ins Kino gegangen, ich durfte den Film wählen und hab uns einen koreanischen Film OHNE englischen Untertitel gewählt. Der Film hieß “Baramnan gazok”, und war erst ab 18J, welches ich aber erst im Nachhinein bemerkt habe. Obwohl ich die Sprache nicht verstehen konnte, hab ich trotzdem die gesamte Geschichte gut folgen können und wir haben uns auch entschieden, ab sofort immer zusammen koreanische Filme anzuschauen. Die Toiletten dort waren aus meiner Sicht übrigens normal, aber eins, was ich richtig lustig fand, war der kleine Knopf, “Deluxe bell”, and der Wand der Kabinette. Deluxe bell ist dafür dort, um den Ton des Wassers herzustellen. Yoon Sung hat mir erzählt, dass Koreanerinnen sich schämen, wenn man was hören kann, wenn sie gerade auf der Toilette sind. Früher konnte man also das Wasser des Klos die ganze Zeit fließen lassen, aber heutzutage sieht man das als Wasserverschwendung, also hat man dafür den Knopf erfunden, um einfach denselben Ton zu kriegen…
Wie ich mal vorher erzählt habe, waren wir an dem koreanischen Selbstständigkeitstag, Liberation Day am 15. August mit den Mädels im Hard Rock Cafe Seoul essen, und dort hab ich ja auch das vierte T-Shirt in meine Kollektion bekommen können =) Danach waren wir ein bisschen im Nachtleben Seouls spazieren und dann hab ich auch die beiden hübschen Koreanerinnen fotographiert.

Koreanische Flagge Hard Rock Cafe in Seoul Gangnamgu Seoul Koreanerinnen

Auf dem Namsan Tower-Tour mit Nae-young hab ich einige schöne “Seoul by night”-Bilder gemacht, daraus sind hier diese drei Aufnahmen zu sehen.

Namsan Tower Seoul bei Nacht Seoul bei Nacht Seoul bei Nacht
Namsan Tower Seoul bei Nacht

Ich hab die Stadt auch vom vierten Stock meines Wohnheimes fotographiert (wo man auch das Aussichtsturm sehen kann), und zwar in Richtung Norden und in den Süden.

Jenny Julkunen Korea Korea Jenny Julkunen
nach Norden nach Süden

Wie man hier feststellen kann, hab ich eben die neuesten Bilder entwickeln lassen. Leider macht der Scanner aus dunklen Bildern etwas schlechtere Qualität, hängt vielleicht mit dem Fotopapier zusammen… Und hier auch mein Zuhause: das Zimmer von der Tür, die “Küche”, das Zimmer vom Fenster hinaus und das Badezimmer.

Jenny Julkunen Wohnung Jenny Julkunen Wohnung Jenny Julkunen Wohnung Jenny Julkunen Wohnung
Meine Wohnung

Ja, ich hab ja euch versprochen, zum Thema Regen und Regenschirme zurückzukommen. Ich muss mein Schreiben von vor ein paar Wochen etwas korrigieren, wo ich meinnte, dass der Regenschirm vorm Regen schützt. Das tut er eben nicht in dieser Gegend. Wenn es regnet, dann regnet’s auch wirklich. Obwohl du unter dem Regenschirm bist, wirst du sicherlich von den Schultern bis runter naß sein, die Sandalen haben richtig schön Wasser eingesaugt und sogar die Haare sind naß. Wie dies möglich ist, weiß ich noch nicht so richtig. Vielleicht, Korea liegt ja auf der Erdkugel rechts auf der Seite, nicht? So, wenn’s regnet, kommt der Regen ja von oben, also hier von der Seite… oder? ;) Es gibt keine Löcher in meinem Regenschirm, aber das Wasser kommt einfach aus allen Richtungen. Der einzige Weg zum nicht-naßwerden ist entweder 1) abwarten, bis es nicht mehr so sehr regnet (aber man kann doch nicht immer den ganzen Tag warten… es geht hier nämlich nicht um 10 Minuten “heavy rain”) oder 2) mit dem Taxi fahren.
Man könnte denken, dass Menschen, die in solcher Stadt, in solchem Monstrum leben, hätten einigermaßen Gefühl ums Raum, wenn es darum geht, dass auf so kleiner Fläche so viele Leute leben und gehen… Sie laufen meistens sehr langsam auf schmalen Wegen, bleiben irgendwo stehen mit ihren Regenschirmen usw. Das hat mich vom Anfang an etwas gewundert, und dachte auch zuerst, dass es nur meine Meinung ist. Aber derselben Meinung sind auch jegliche KoreanerInnen, die auch gerne etwas schneller laufen und auch Erfolg dabei haben möchten.
Ich hab einige Töne und Gerüche während den vergangenen vier Wochen feststellen können. Tagsüber kommt der meiste Lärm natürlich vom Verkehr, aber auch von Baustellen (die renovieren hier wirklich überall) kommt dieser /mammammaa/-Klang (es hört sich wirklich so an) und die Koreaner nennen den Klang ja auch “the mammies”. Und die Gerüche. Wie es im Kaufhaus riecht, will ich gar nicht einmal kommentieren, denn die haben diese Gerüche, die mir einfach keinen Appetit machen, wie Fisch, sonstige Meeresfrüchte usw, aber draußen kann man jeden Tag verschiedenes erleben und genießen. Alten Fisch, Staub von den Baustellen, Restaurants… Es ist eigentlich ganz interessant. Es sind keine zwei Tagen die gleichen Gerüche, obwohl du denselben Weg läufst.
Diesen Montag wurde mein Handy repariert, es hatte mehrere kleine Defekte. Neues Software runterladen hat cirka 40 Minuten gedauert, und danach war mein Handy wie neu. Oder, eigentlich, besser als neu! Ich speichere schon die ganzen koreanischen Namen in mein Handy Telefonbuch auf Koreanisch. Langsam lerne ich die Sprache schon, nächste Woche beginnt der Sprachkurs, dort werde ich zweimal die Woche hin. Gestern hab ich von der Botschaft Finnlands ein Korean grammar -buch von der Fenno-ugrischen Verein bekommen, und ich hab auch schon angefangen, ein bisschen Wortschatz zu lernen. Das Lesen geht auch immer schneller, und die paar Phrasen, die ich kenne, benutze ich auch ganz fließend in Geschäften und Restaurants. Ich verstehe auch ab und zu mal die Zahlwörter. Ich glaube, dass all dies noch besser wird, wenn ich anfange, die Sprache aktiv zu studieren.
Die Woche lernte ich den gesamten Staff von dem Play BoardGameCafe bei uns in der Nähe kennen. Anfang August versprach ich dem Chef, die Gebrauchsanweisungen deutscher Spiele ins Englische zu übersetzen, sobald er wieder neue kauft. Diese Woche war ich schon zweimal dort, beim ersten Mal hab ich die Zeit mit dem Personal verbracht, und gestern Abend war ich dort mit Hanna, der weiteren finnischen Austauschstudentin. Heute gab’s die Orientation für AustauschstudentInnen, aber ich brauchte gar nicht hingehen, dadurch dass ich schon etwas länger hier bin, und bei mir die meisten Sachen schon erledigt waren – und außerdem mache ich ja auch nicht die Austauschstudenten-üblichen Kurse… Aber morgen gibt’s noch ne zweite Orientation, und dann werden wir das gesamte Kampus-Area kennen lernen und bekommen wohl auch weitere Information. Dann werde ich auch die restlichen Austauschstudenten kennen lernen. Jetzt müsste ich mich langsam entscheiden, welche Kurse ich besuchen will, weil die Registration morgen stattfindet. Danach kann ich mich einfach hinsetzen und auf den Semesteranfang warten (am Montag!)… Ich werde außer dem Koreanischkurs auch 1-3 Deutschkurse und vielleicht 5 Multimediakurse besuchen.
Das war’s wieder, bis zum nächsten Mal =)

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